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What The Fax?!

Wenngleich die Nutzung des Faxgerätes in deutschen Büros sinkt: Für einen Großteil der Unternehmen ist die Kommunikation per Fax nach wie vor ein unverzichtbarer Bestandteil des Geschäftsalltags. Zwei Drittel der Unternehmen nutzen es regelmäßig – frei nach dem Motto: Altbewährtes bleibt immer gut. Es birgt jedoch auch zusätzliche Sicherheitsrisiken.

“Das hat doch schon immer so funktioniert.” – eine Einstellung, die in Zeiten der Digitalisierung, durchaus problematisch sein kann. Das wurde auf dem letzten Treffen des Chaos Computer Clubs in Leipzig an einem Beispiel demonstriert – dem Faxgerät. Yaniv Balmas und Eyal Itkin zeigten, wie man mittels eines üblichen All-In-One-Druckers mit integriertem Fax und einer normalen Telefonleitung moderne Sicherheitsmechanismen umgehen und die vollständige Kontrolle über einen Computer erlangen kann.

Das ist besorgniserregend, denn das Faxen, heutzutage vorwiegend über Multifunktionsgeräte, ist immer noch weit verbreitet: Mehrmals täglich schallt das typische Faxgeräusch durch die Büroräume vieler Firmen. Bei der Kommunikation mit Behörden werden Faxe, im Gegensatz zu E-Mails, als vertrauenswürdige und sichere Methode anerkannt, auf elektronischem Weg Informationen zu übermitteln. Das ist erstaunlich, denn Faxen ist eine Technologie aus der digitalen Steinzeit. Abgesehen von geringfügigen Anpassungen stammt die Software, die in heutigen Geräten verwendet wird, aus den 80er Jahren. Und auch den modernen Ansprüchen an Qualität, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit kann das Faxen nicht gerecht werden: Fax-Ausdrucke kommen beim Empfänger nicht gerade in HD-Qualität an. Es ist nicht eindeutig nachvollziehbar, ob und wann ein Fax angekommen ist oder gelesen wurde, die Übertragung ist nicht gegen Angriffe gesichert und herkömmliche Faxgeräte sind nicht portabel nutzbar.

Trotzdem benutzen Unternehmen die Technologie weiter. Und dass, obwohl es eine gute Alternative gibt: Verschlüsselte E-Mails sind der Goldstandard in der digitalen Kommunikation. Per Smartphone sind sie immer verfügbar, rückverfolgbar, sehr zuverlässig und durch die Möglichkeit der Verschlüsselung gut vor ungewolltem Zugriff geschützt.

 
 

Dabei stellt das größte Hindernis für den Wandel nicht etwa die Technik, sondern der Mensch dar.  Das Festhalten an alten Technologien aufgrund von Bequemlichkeit oder mangelndem Informationsstand sowie die Einstellung, dass Funktionierendes nicht verändert werden sollte sind die Hauptgründe für den Wechselunwillen.

Veränderungen bei veränderungsunwilligen Benutzern voranzutreiben ist eine anspruchsvolle Aufgabe, jedoch auch eine lohnende. Die Mitglieder des Chaos Computer Clubs haben in ihrer Demonstration gezeigt, dass veraltete Technologien zu benutzen nicht nur anachronistisch ist, sondern ein ernst zu nehmendes Sicherheitsrisiko darstellen kann. Und dass sich Unternehmen dringend vom “das war doch schon immer so” verabschieden sollten – denn was gestern noch Standard war, kann morgen schon zum Problem werden.

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